Du hast grandiose Ideen für neue Produkte und bist heiß darauf, sie umzusetzen?

Schließlich bist du Produktmanager geworden, um die Welt zu verändern – zumindest, um Produkte zu entwickeln, die unser Leben ein Stück besser und einfacher machen.

Es gibt nur einen kleinen Haken:

In deinem Unternehmen scheinst du der einzige zu sein, der deine Ideen gut findet. Weder dein Chef noch das Management insgesamt unterstützen dich.

Darfst du ein Konzept überhaupt präsentieren, verschwindet es anschließend auf Nimmerwiedersehen in der Schublade.

Ständig hörst du Argumente wie “kein Budget da”, “passt nicht in die aktuelle Planung”, “ein anderes Projekt hat Prio”.

Du kannst kannst sauer sein auf “die da oben” und in der Kantine mit deinen Kollegen über die Ignoranz der Chefetage lästern.

Allerdings hilft dir das nicht weiter!

Frage dich stattdessen: Woran liegt es, dass ich nicht ernst genommen werde? Liegt es vielleicht doch an mir und meiner Arbeit als Produktmanager?

Wahrscheinlich sind einer oder mehrere dieser neun Gründe dafür verantwortlich, dass dein Chef alle deine Produktideen zerreißt:

1. Du bist im Unternehmen als “Mädchen für alles” bekannt

“Wenn’s keiner machen will, macht’s der Produktmanager.”

Als Produktmanager bist du für alles verantwortlich, was irgendwie mit dem Produkt zu tun hat.

Also kümmerst du dich automatisch um alle Aufgaben, für die gerade niemand anderes Zeit hat oder die im Organigramm keiner Rolle explizit zugewiesen sind.

Dein Chef und die Kollegen wissen, sie können jederzeit auf dich zählen. Du übernimmst jeden dringenden Task und springst dort ein, wo es gerade brennt.

Du arbeitest brav alle Tickets ab und bestärkst die anderen dadurch in ihrer Meinung über dich.

Ganz ehrlich: Wenn du Chef wärst, würdest du die Zukunft deines Unternehmens in die Hände eines Sachbearbeiters legen?

Bei Entscheidungen über neue Produkte geht es um Millionenbudgets, um oft jahrelange Planungen und hohe Risiken.

Solange du als “Mädchen für alles” bekannt bist, kannst du nicht erwarten, dass dein Chef dir die Kompetenz für solch weitreichende Entscheidungen zutraut.

2. Du verstehst eure Unternehmensstrategie nicht

Kannst du erklären, wie ein neues Produkt eure Unternehmensstrategie unterstützt? Wie es dabei hilft, eure aktuellen Marketing-, Vertriebs- und Finanzziele zu erreichen?

Wenn nicht, musst du dich nicht wundern, dass keine deiner Produktvorschläge angenommen wird.

Hat dein Management festgelegt, dass ihr Marktführer im Hardware-Segment für Großkunden werden wollt, kannst du noch so gute Ideen für Software für den Mittelstand haben. Du wirst damit nicht durchkommen.

Bei einer Umfrage des Product Management Festival gaben über 56% der befragten Produktmanager an, dass konkurrierende Ziele innerhalb des Unternehmens zu ihren größten Herausforderungen zählten.

Willst du, dass deine Ziele, sprich Produkte, ganz oben auf die Unternehmensagenda gesetzt werden?

Dann musst du eure Unternehmensstrategie verstehen und deine Produkte so entwickeln, dass sie das Unternehmen strategisch weiterbringen.

3. Du redest immer nur von Features

Du bist ein Tech-Freak und probierst jede neue App und jedes neue Gadget sofort aus. Einfach deshalb, weil es sie gibt.

Vielleicht warst du früher Ingenieur und Entwickler und musstest wochenlang an technischen Feinheiten herumtüfteln.

Jetzt als Produktmanager hast du dir diese Vorliebe bewahrt. Du kannst nie genug von neuen Features bekommen.

In jedem Meeting und bei jeder Präsentation schwärmst du von den Funktionen, die dein Produkt einmal haben wird.

Leider interessiert sich sonst niemand für viele Features.

Die Kunden nicht. Sie suchen nach Lösungen und einfach verständlichen Produkten.

Deine Chefs erst recht nicht. Sie wollen Produkte, die sich verkaufen.

Argumentierst du mit Features und technischen Finessen, um dem Management ein neues Produktkonzept zu verkaufen, hast du schon verloren.

4. Du hast dein Büro seit Monaten nicht mehr verlassen (außer fürs Mittagessen)

Das Tagesgeschäft lässt dir keine Luft mehr zum Atmen. Von früh bis spät sitzt du hinter deinem Schreibtisch und arbeitest eine Aufgabe nach der anderen ab.

Ab und zu darfst du eure Vertriebler bei Verkaufsgespräch unterstützten. Jedoch geht es dabei nur um technische Fragen.

Seit Ewigkeiten hast du nicht mehr mit Kunden über deren Bedürfnisse und Probleme gesprochen. Geschweige denn mit Nicht-Kunden, Kunden deiner Wettbewerber oder Teilnehmern neuer Marktsegmente.

Du schmorst in deinem Büro in deinem eigenen Saft.

Im Klartext: Du hast keine Ahnung mehr, was da draußen im Markt eigentlich los ist.

Kannst du auf dieser Basis wirklich erfolgreiche, innovative Produktideen entwickeln? Und diese überzeugend vor deinem Chef präsentieren?

5. Deine Produktideen basieren nur auf Bauchgefühl

Dein neues Produkt wird der Hammer und wird sich verkaufen wie warme Semmeln?

Ach ja, und worauf genau stützt du deine optimistische Prognose?

Dein Management ist gut beraten, Absatz- und Umsatzprognosen zu hinterfragen. Schließlich investieren sie eine Menge Geld in ein neues Produkt. Jedes neue Produkt birgt ein hohes Risiko.

Auf Basis von Bauchgefühl, Annahmen und Hochrechnungen “Pi mal Daumen” bewilligt dir dein Management weder Budgets noch Ressourcen.

Du kannst keine Zahlen und Fakten aus euren Zielmärkten präsentieren, die deine Kalkulationen stützen.

Du kannst keine Trend- und Wettbewerbsanalysen vorweisen. Du hast nur lückenhaftes Kundenfeedback (siehe Punkt 4) und keine systematischen Auswertungen.

Es gibt Bereiche im Produktmanagement in denen “trial and error” ein Platz hat. Aber nicht, wenn es um Produktentscheidungen geht!

6. Deine Businesspläne sind voller Prosa

Kaum ein Produktmanager hat gelernt, einen Businessplan zu schreiben, abgesehen von der einen Vorlesung im BWL-Kurs.

Und so füllt jeder Produktmanager die 10 Jahre alte Word-Vorlage für einen Businessplan, die der Vorgänger hinterlassen hat, nach bestem Wissen aus.

Im Businessplan beschreibst du dein Produkt ausführlich in allen Facetten und stellst alle wichtigen Details zusammen, die das Management von deinem Konzept überzeugen müssen.

Dann wunderst du dich, warum das gesammelte Management während der Präsentation nur lustlos die ersten Seiten deines Businessplan-Handouts durchblättert und sich dann wieder den Smartphones zuwendet.

Die relevanten Fakten und Zahlen hast du – wenn überhaupt – geschickt in Prosa-Texten und langen Bullet-Point-Listen versteckt.

Erwarte nicht, dass sich deine Chefs auf die Suche danach begeben.

7. Management-Präsentationen machen dich grundsätzlich nervös

Kaum hast du die heiligen Hallen der Chefetage betreten, werden deine Hände feucht und dein Puls fängt an zu rasen.

Du trägst deinen auswendig gelernten Text vor, klickst durch die Powerpoint-Folien und schaust fast die ganze Zeit auf das Beamer-Bild.

Du hoffst, dass im Anschluss keine Fragen aufkommen, auf die du nicht vorbereitet bist.

Deine eigene Begeisterung und Überzeugung bringst du einfach nicht rüber.

Nach der Präsentation gestehst du dir ein: Diese Idee hättest du dir so selbst nicht abgekauft!

8. Deine letzten Produkte waren totale Flops

Deine letzten Produkte oder Releases waren totale Flops oder maximal so “na ja”, und jetzt ist der Vertrauensvorschuss in dich aufgebraucht.

Du wirst weiterhin gebraucht, weil du ein verlässliches Arbeitstier bist (siehe Punkt 1). Nach deiner Meinung fragt keiner mehr und dein Chef hat jedes Mal, wenn du ihm eine neue Idee vorstellen willst, plötzlich ein wichtiges Telefonat.

Du hast innerlich resigniert und ertappst dich regelmäßig dabei, wie du während der Arbeitszeit die neuesten Stellenangebote für Produktmanager auf Stepstone durchstöberst.

9. Dein Chef weiß grundsätzlich alles besser

Im Grunde können es deine Chefs einfach nicht ab, wenn jemand bessere Ideen hat als sie.

Deshalb geben sie deinen Produktideen von vornherein keine Chance und stimmen gegen dich.

(Wenn das wirklich so ist, solltest du dich wohl nach einem neuen Job umsehen.)

Entscheidungen werden nach dem HiPPO-Prinzip getroffen: the Highest Paid Person’s Opinion. Der Chef hat immer recht.

Du argumentierst nicht strategisch, nennst keine belastbaren Fakten und Zahlen, sondern nur deine Meinung. So machst du es anderen leicht, deine Idee abzulehnen.

Solange Meinung gegen Meinung steht wirst du gegenüber Vorgesetzten immer den Kürzeren ziehen.

Du kannst deinen Chef nicht ändern – dich schon!

Praktisch jeder Produktmanager, mit dem ich im Laufe meiner Karriere gearbeitet habe, hatte in mindestens einem dieser Bereiche zu kämpfen.

Es liegt am natürlichen Verlauf einer Karriere, dass ein Produktmanager vorher kein Geschäftsführer oder Vorstand war.

Plötzlich muss er auf dieser Ebene agieren, souverän seine Produktkonzepte vorstellen und dafür kämpfen. Er muss verstehen, “wie die da oben ticken” und wie er die Erwartungen des Managements erfüllt.

Warte nicht darauf, bis sich dein Chef ändert und erkennt, wie genial deine Produktideen in Wirklichkeit sind – das wird er nicht!

Änderung beginnt immer bei dir selbst. Identifiziere deine Schwachstellen und arbeite daran. Erkenne deine Stärken und setze sie geschickter ein.

Ich versichere dir: Es lohnt sich!

Schließlich willst du das erreichen, wofür du Produktmanager geworden bist: Tolle Produktideen entwickeln und sie umsetzen – mit voller Unterstützung deines Managements.


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